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          NWZ Donnerstag 10.07.2008

          Den Traum vom Skelett getanzt

          Theaterprojekt der Uhland-Realschule - Premiere am Samstag

          Am 12. und 13. Juli zeigen Schüler der Uhland-Realschule Göppingen im Alten E-Werk unter der Leitung

          von Thomas Faupel Szenen aus dem Nachkriegsklassiker von Wolfgang Borchert, "Draußen vor der Tür".

          ANDREA MAIER

          Göppingen.  Ein Altglas-Container, eine Plastikplane, drei Leuchtstricke, 28 Schülerinnen und Schüler,

          einen bunten Haufen voller Ideen - mehr braucht es nicht. Im Hintergrund wirken ein Regisseur und zwei

          Schüler als Beleuchter, basta. Seit Oktober setzen sich 28 Jugendliche von der Uhland-Realschule im

          Theaterprojekt mit einem harten Brocken Nachkriegsliteratur auseinander: "Draußen vor der Tür".

          Wolfgang Borchert selbst nannte es "ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will".

          Von wegen. Die Kids aus den Klassen fünf bis neun sind seit Monaten engagiert dabei, mit viel Fantasie

          einen Anfang, fünf Szenen und ein Ende vorzubereiten. "Wir spielen keine Realitäten nach, wir spielen

          Theater." Das macht es einfacher, die Tragik des Heimkehrers Beckmann leichter. Thomas Faupel, der

          überregional wirkende Regisseur aus Salach, bringt viel mit und lässt noch mehr entwickeln. Als er

          zufällig die Mädels der Tanz-AG tanzen sah, war klar: "Sie tanzen den Traum vom Skelett."

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          Vor dem Altglascontainer:

          Die "Elbe" (Oceanne Hubert, rechts) wirft Beckmann wieder ans Ufer.

          Die "Frau Kramers" (Sabrina Waldenmaier, Ronja Hauptmann) wenden sich ab.

           

          Als Mitspielerin Oceanne erzählte, "alles an mir hat mit Wasser zu tun, es ist mein Lieblingselement",

          stand fest, dass sie den Fluss Elbe spielt. Mehrere Mädchen und Jungs teilen sich die intensive Figur des

          Beckmann. Viel Text, viele Interessenten, also wird jedem ein Part zugeteilt. Auch Nachbarin Kramer und

          "das Mädchen" gibt es zweimal. Aileen ist "der Andere". "Wer ist das?", will sie wissen. "Es sind immer

          irgendwelche Anderen um uns, du stehst für sie alle." Greta gibt den Beerdigungsunternehmer. Sie wird

          sich übergeben. "Warum muss mir denn schlecht sein?", fragte sie. "Es ist wie überfressen", erklärt

          Faupel. "Du hast zu viele Tote beerdigt." Das Stück ist schwierig. Manche fragen. Andere spielen einfach

          gerne, freuen sich am gemeinsamen Projekt. Ronja kann gut auswendig lernen, Melissa gefällt es

          auf der Bühne. Nicolas war schon im vergangenen Jahr dabei und hat "einfach Spaß daran". Pia hatte

          eine Menge Text zu lernen. "Langsam hab ich mir immer mehr gemerkt", staunt sie über sich selbst.

          Die vier kleinen Wellen haben keinen Text. Sie klatschen gegen die Hafenmauer und hieven den lebens-

          müden Beckmann wieder ins Leben.

          "Lebe Beckmann! (. . .) Lebe mit den Anderen." Das ist die zentrale Aussage für Faupel. Nicht das

          schwermütige Verzweifeln. Auch wenn die Jüngeren die Inhalte noch nicht recht begreifen können.

          "Irgendwann werden sie sich erinnern - und verstehen." Thomas Faupel nickt und ist begeistert vom

          Knochentanz der Mädels. Foto: Schularchiv

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