X

Presse

Wir spielen für Euch den RäUBER HOTZENPLOTZ

Es ist Freitagmorgen. Eine Klasse nach der anderen nimmt im Musiksaal der Uhland Grundschule Platz. Alle kleinen Zuschauer sitzen dicht gedrängt

auf dem  Fußboden. Denn, fehlt die erhöhte Bühne, so muss einfach der Blick des Publikums tiefer gelegt werden, und schon ist klar, wo die Musik spielt.

Die Schauspielkinder der Theater AG der Uhland Grundschule unter der Leitung von Thomas Faupel (Produktion und Regie) treffen ein. Durch charakter-

istische und aussagekräftige Kostüme und Requisiten, die aber bewusst sehr schlicht, fast minimalistisch gehalten sind, verwandeln sie sich in die Figuren

des Stückes "Der Räuber Hotzenplotz" nach dem Roman von Otfried Preußler.  Ein Stück, das erzählt werden will, und das von Kindern mit Lust auch gern

immer wieder gehört und gesehen wird. So sehen und hören die Zuschauer wie die Großmutter der Musik ihrer neuen Kaffeemühle lauscht, die ihr jedoch

schon bald vom berümt berüchtigten Räuber Hotzenplotz abgeknöpft wird. Kasper und Seppel, unschwer zu erkennen an Zipfelmütze und Seppelhut,

eilen zur Hilfe und entwickeln mit Witz und Mut einen Plan, die kostbare Kaffeemühle zurückzuerobern.

Der gelesene Erzähltext der Geschichte wechselt mit kurzen, ausdrucksvoll gespielten Szenen. Unterstützt wird der Fortgang der Geschichte durch

schwarz-weiß gezeichnete Kulissen, die den wesentlichen Hintergrund schaffen und die kleinen Zuschauer an die verschiedenen Örtlichkeiten des Stückes

führen. Ohne viel Buntes und ohne Klamauk, aber dafür eindringlich erzählt, nimmt dieses Stück das Publikum mit und lässt Raum für die eigene

Vorstellungswelt der Kinder.

Nach einigen Abenteuern,Verwechslungen und glücklichen Umständen ist es geschafft: Der böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann ist im Nichts

verschwunden, die Fee ist erlöst worden, der Räuber Hotzenplotz findet sich als Gimpel hinter Gittern wieder und -  so schließt sich der Kreis -

die Kaffeemühle spielt ihre Musik, da wo sie hingehört, nämlich bei der Großmutter.

Das Publikum applaudiert kräftig und die Akteure verneigen sich stolz, nach dem Motto: Wir spielen, weil es uns Spaß macht und wir spielen für Euch!

Nina Mozer-Neuschwander

 

Verschiedene Schulen, verbindendes Thema

Bunter Astrid-Lindgren-Reigen im Uditorium

Regiesseur Thomas Faupel erarbeitete mit Schülern der Uhlandschulen und der Musikschule Uhingen einen Abend rund um Astrid Lindgren.

Uhingen. [...] Mehr als 250 Geschwister, Eltern, Großeltern und einige Lehrer wuseln aufgeregt im Uditorium umher. Thomas Faupel setzt sich an den

Flügel, Musik von Edvard Grieg erklingt vom Band. Alles andere wird live über die Bühne gehen. Da ist Astrid Lindgren, Retterin der Kinderträume.

Lehrerin Barbara Hailer spricht als die Autorin, liest Biografisches über die mutige Schwedin. Stücke des Norwegers Grieg erklingen, vorgetragen von

Musikschülern mit Klavier, Keyboard, Flöten. 24 Grund- und Realschüler purzeln, fliegen, kichern, hüpfen und staksen über die große Bühne.

Einige Monate haben sie geprobt: wie der Michel in der Suppenschüssel stecken bleibt, wie Pippi mit einem Roller den Boden wischt, Madita und Lisbet

die Aussicht genießen und natürlich wie Ronja und Birk die Räuberbanden befrieden.

Ein Experiment des Salacher Theaterpädagogen: schulübergreifend ein Thema erarbeiten. Sie alle zusammen haben es geschafft. Auch wenn Faupel

einräumt, dass es Probleme gab. Verschiedene Stundenpläne und Unterrichtszeiten, die Altersunterschiede. Trotzdem entstand ein herrlich wilder,

kunterbunter Abend rund um Lindgrens Geschichten.

Andrea Maier

 

Menschen brauchen Theater und Theater braucht Menschen

Theater ist ein wichtiges Medium, um die Welt zu verstehen. Nicht nur, weil es Bilder schafft, über die man die Welt kreativ, künstlerisch und sozial erlebt,

sondern auch, weil es Mittel der Auseinandersetzung gibt, Mittel des Nachdenkens und weil es den Menschen zum reflektieren bringt. Theater bildet also.

Theater prägt die Persönlichkeitsentwicklung, es weckt Begeisterungsfähigkeit, es zieht mit. Es spiegelt soziale und gesellschaftliche Beziehungen.

Es ist Medium des gemeinsamen Arbeitens mit der Möglichkeit zur ausgeprägten Individualität. Körpersprache, Präsenz, Präsentation hat einen hohen

Stellenwert, aber über das Spielen hinaus bildet das Theater Fähigkeiten aus, auf die es im Alltag ankommt: Teamgeist, Toleranz, Zuhören können und

Ausreden lassen. Das Theaterspielen hat die ausgeprägte Fähigkeit, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Gerade das Amateurtheater schafft

öffentliche Auseinandersetzung in der direkten Lebensumwelt und bietet die Möglichkeit, seine Fähigkeiten an einem Medium zu stärken, das direkt,

nicht technisch vermittelt oder verfremdet und sehr persönlich ist. Das Amateurtheater ist natürlich immer auf Impulse des professionellen Theaters

angewiesen und bedient sich dieser Impulse ja auch. Es steht aber deutlich näher an seinem Publikum vor Ort. Mehr noch als im Profibereich sind von

den Akteuren vielerlei handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Hier bringt das Amateurtheater Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen zusammen

und bei jeder Inszenierung ist der Weg ein großes Stück des Zieles.  

Quelle: Interview in der Zeitschrift "Schau.Spiel" des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg.

Claudia Bucci im Gespräch mit Wolfgang Mettenberger (Leiter der Theater- und Spielberatung BW)

 

© 2008/2009